|
![]()
|
![[Picture]](glock.jpg)
![[Sold Out]](soldout.jpg)
ie meisterhafte Faksimile-Edition der Bilder handschrift aus dem Besitz der Biblioteca Estense Universitaria zu Modena.
Wenige Bilder handschriften aus der Spätzeit der Buchmalerei strahlen soviel Harmonie aus wie das deutschsprachige Glockendon-Gebetbuch aus dem Jahre 1534. Meister der Miniaturen dieses Andachtsbuches ist Nikolaus Glockendon, der berühmteste Sproß der Nürnberger Künstlerfamilie.
Die auf feinstem Pergament in gotischer Kursive geschriebene Handschrift umfaßt 256 Seiten im Format 215 x 165 mm. Jede Textseite hat 28 Zeilen. Die Titel der einzelnen Kapitel sind mit leuchtender, roter Tinte geschrieben. Der Schreiber, ein besonders begabter Kalligraph, ist uns unbekannt.
Den auch für den heutigen Benützer jederzeit gut lesbaren Text hat Nikolaus Glockendon mit 42 farblich ausgewogenen Miniaturen zum Leben Jesu und mit dem prachtvollen Wappen des Mainzer Erzbischofs illustriert. In die Rahmen der Bilder hat er Szenen aus dem Alten Testament gesetzt, die das Heilsgeschehen des Neuen Testaments schon visionär angedeutet hatten. Die biblischen Szenen spielen in einer sehr konkreten mittelalterlichen Umwelt, Jerusalem strahlt die Urbanität des 16. Jahrhunderts aus. Die liebevoll ausgeführten Straßen und Gebäude, Bürgerhäuser und Paläste fügen sich zum Bildeiner deutschen Stadt der beginnenden Neuzeit. Die dargestellten Landschaften könnten mit ihren Bergen, Felsen, Burgen und Weilern irgendwo in einem deutschen Mittelgebirge liegen. Nikolaus Glockendon malt hier das Alltagsleben seiner Zeit.
Seinen eigenen Bildern hat er noch den expressiven Kupferstich seines Freundes Albrecht Dürer mit einem Portrait des Auftraggebers, Kardinal Albrecht von Brandenburg aus dem Jahre 1523 als Frontispiz beigefügt.
Doch nicht nur die Bilder und der ruhige Duktus der Schrift machen die Schönheit der Handschrift aus, sondern auch die Initialen zu den 62 Kapiteln des Buches. Sie sind das Werk von Georg Stierlein, selbst Buchmaler und Mitarbeiter Glockendons in dessen Nürnberger Werkstatt. Stierlein verdanken wir auch die Datierung der Handschrift auf das Jahr 1534 in einer Initiale auf Folio 52 verso.
Die beiden Meister und der großartige Schreiber haben ihre Arbeit perfekt aufeinander abgestimmt. Sparsam und dezent, nur auf Erhöhung der Strahlkraft der Farben bedacht, setzte Nikolaus Glockendon Gold in den Miniaturen ein, kräftig leuchtend hingegen ist das Blattgold vieler Initialen Stierleins im Wechselspiel mit den lebendigen Bildern und rubrizierten Kapitelüberschriften.
Das Faksimile: Alle 256 Seiten (128 gezählte Blätter) der Handschrift und der Kupferstich Albrecht Dürers werden im Original-format (215 x 165 mm) faksimiliert. Zur getreuen Reproduktion wird die modernste digitale Scannertechnik eingesetzt. Der Druck erfolgt auf neuesten, elektronisch gesteuerten Mehrfarbdruckerpressen.
Die verschiedenen Goldarten von Nikolaus Glockendon und Georg Stierlein werden getreu differenziert und in unterschiedlichen, teils handwerklichen Techniken wiedergegeben. Mit mattem Goldschnitt versehen, entsprechen die einzelnen Blätter mit ihren leicht unregelmäßigen Formaten genau dem Original. Die weitere Verarbeitung der einzelnen Doppelblätter erfolgt in Handarbeit.
Der Einband: 1907 mußte der vermutlich ursprüngliche Einband der Handschrift restauriert werden. Die unversehrt erhaltenen originalen Schließen, jeweils unterschiedlich graviert mit «Agnus Dei», gaben einem neuen, perfekt im Renaissancestil nachgearbeiteten Kalbsledereinband Halt. Mit einer Replique dieses mit feinen Rollenstempeln versehenen Einbandes ist auch die Faksimile-Edition ausgestattet. Wie am heutigen Original-Einband schmückt das Wappen des Hauses Savoyen, seit 1861 das italienische Königshaus, das Zentrum der Decke.
Faksimile und Kommentarband werden in einer Acrylglaskassette geschützt.
Die Dokumentationsmappe enthält zwei faksimilierte Blätter im Originalformat und eine 12seitige Informationsbroschüre - $US47.
